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Wolfgang Alexander Reichsgraf Berghe von Trips
 

Grand Prix & Bergmeisterschaften

Am 24. August 1957 beim Training und einen Tag später beim Grand Prix Suisse de la Montagne sitzt Trips dann zum ersten Mal nach seinem Unfall wieder am Steuer und siegt souverän in einem 1700er Porsche RS.

Zwei Wochen später startete er auf einem Ferrari beim italienischen Gran Premio in Monza und wird hinter Stirling Moss und Juan Manuel Fangio Dritter. Die Fahrer-Weltmeisterschaft 1957 beschließt Graf Trips mit vier Punkten auf Rang 14.

Neben seinen Formel 1 - und Sportwageneinsätzen nimmt Trips auch an den Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft teil. Auf seinem 1500er Werks - Porsche bestreitet er 1958 insgesamt sechs Rennen.

 

Die Ergebnisse:

1. Platz beim Großen Bergpreis von Griechenland am Mont-Parnaß
2. Platz beim Großen Bergpreis von Frankreich am Mont Ventoux
1. Platz beim Großen Bergpreis von Italien in Trento-Bondone

Ausfall beim ADAC-Schauinsland-Bergrennen in Freiburg nach einem Unfall

1. Platz beim Großen Bergpreis von Österreich am Gaisberg bei Salzburg
4. Platz beim Großen Bergpreis der Schweiz in Ollon Villars

Mit 38 Punkten wurde er Europameister 1958 in der Bergwertung

 

Auf Initiative des Grafen Trips wurde am 15. März 1958 in Frankfurt am Main der Deutsche Sportfahrer Kreis (DSK) e.V. gegründet. Die DSK-Gründung erfolgte primär, um neue Wege zur Interessenwahrnehmung im Motorsport zu gehen, die von der Basis - also den Sportfahrern - initiiert wurden.

Die erste Jahreshälfte 1959 war für Graf Trips nicht seine Beste Zeit, eine Reihe von Rückschlägen musste er hinnehmen.

Am 8. März, beim Großen Preis von Kalifornien der Sportwagen in Los Angeles; am 11. Mai 1959 beim Grand-Prix von Monaco; am 24. Mai beim 43. Targa Florio auf Sizilien und am 20./21. Juni beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, schied Graf Berghe von Trips vorzeitig aus dem Rennen aus, teils selbst verschuldet nach Unfällen, teils unverschuldet nach technischen Ausfällen. Die Engländer gaben ihm daraufhin den Spitznamen "Count Crash". Die Amerikaner nannten ihn hingegen respektvoll als "Taffy", so wie schon zuerst walisische Einwanderer ihre tapfersten und furchtlosesten Männer genannt haben.

Der Erfolg stellt sich aber 1959 dennoch ein, drei Siege, in Sebring/USA beim Florida International Twelve-Hour Grand-Prix of Endurance auf Porsche RSK 1700, beim XXII. Internationalen ADAC-Eifelrennen um den Junior-Grand-Prix auf Stanguellini und beim Großen Preis von Berlin des AvD auf der Avus mit seinem Porsche RSK; zwei 2. Plätze mit Joakim Bonnier beim V. Internationalen ADAC-1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring auf Porsche RSK 1500 und bei der Tourist Trophy in Goodwood/England auf Porsche 1700. Hinzu kam ein fünfter Platz beim Coupe de Reims im Formel 2-Lager. Beim Grand-Prix der USA in Sebring am 12. Dezember belegt Graf Berghe von Trips den 6. Platz.

Ein weiterer Höhepunkt der sportlichen Karriere des Grafen findet am 19. März 1960 in Syrakus statt. Beim dortigen Großen Preis stand zum ersten Mal nach 1939 (damals Hermann Lang beim Großen Preis der Schweiz) mit Wolfgang Graf Berghe von Trips wieder ein deutscher Pilot auf dem Siegertreppchen der Formel 1 ganz oben.

   

Der zweite Grand Prix

Am 24. Juli 1960 beim Großen Preis der Solitude für Formel 2-Fahrzeuge in Stuttgart gelingt es Graf Trips nach erbittertem Kampf um die Führungsposition an Hans Herrmann (Porsche) vorbei zu ziehen. Am Ende liegt er zwei Sekunden vor Hermann und gewinnt somit seinen zweiten Grand-Prix.

Spätestens nach diesem Sieg war klar - Graf Trips von 1960 ist reifer geworden. sein zweiter Sieg in einem Großen Preis ist das Ergebnis einer ausgewogenen Leistung. Den Sprung in die Rennfahrer-Elite hatte Trips damit endgültig geschafft. Er war mittlerweile ein in der ganzen Welt anerkannter großer Sportler mit zahlreichen Fans.

Beim Großen Preis von Europa der Formel 1-Fahrzeuge in Monza am 4. September 1960, lässt die Rennleitung, nach einem Startverzicht der Engländer, auch Formel 2-Wagen zum Rennen zu. Dieser Umstand gab Trips erneut die Gelegenheit sein fahrerisches Können unter den "Großen" des Formel 1-Geschäfts unter Beweis zu stellen. Er belegt einen hervorragenden 5. Platz hinter Hill, Ginther, Mairesse und Cabianca als schnellster Formel 2-Pilot. Obwohl er aus Sicherheitsgründen an den Boxen gestoppt hatte, um seine Reifen überprüfen zu lassen.

Den Abschluss der Rennsaison 1960 bilden zwei Rennen in Südafrika, die für Formel 2 und "formelfrei" ausgeschrieben sind. Den "Großen Preis von Kapstadt" gewann Stirling Moss vor Joakim Bonnier. Graf Trips auf Lotus gestartet, anfangs noch in Führung liegend, fällt er wegen eines Kupplungsdefektes zurück, und kann schließlich nur noch den dritten Platz retten. Beim darauf folgenden Großen Preis von Südafrika heißt der Zieleinlauf ebenfalls Moss vor Joakim Bonnier. Graf Trips, wieder auf dem Lotus startend, schied aus.

Mit zehn Punkten schließt Trips die Formel 1-Fahrer-Weltmeisterschaft hinter Brabham, McLaren, Moss, Ireland und Hill auf dem sechsten Platz ab.

Einer seiner besten Freunde, den Radioreporter Günter Isenbügel, überraschte er eines Tages als er im Handgepäck aus den USA zwei Go-Karts mitbrachte. Als Graf Trips dann noch nahe der Burg Hemmersbach eine Bahn bauen ließ, war die Geburtsstunde des Kart-Sports in Europa gekommen.