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Wolfgang Alexander Reichsgraf Berghe von Trips
 

Die Zeit bei Ferrari

Am 31. August 1956 saß Graf Trips schließlich zum ersten Mal in einem Ferrari Formel 1-Rennwagen, beim großen Preis von Italien in Monza. Jedoch verunglückt er beim Training am Ende der Zielgraden in der Curva Grande. Wie durch ein Wunder bleibt Trips unverletzt, nachdem sich der Wagen mehrfach überschlagen hatte. Die Unfallursache war ein gebrochener Lenkhebel.

Am 10. September wurde Graf Trips als erster deutscher Rennfahrer offiziell in die Ferrari-Werksmannschaft aufgenommen. 1957 bei seinem ersten Grand-Prix-Einsatz am 13. Januar beim Großen Preis von Argentinien in Buenos Aires saß Trips als Ferrari-Werksfahrer ab der 69. Runde am Steuer des Ferrari-Lancia V8. Das Debüt des 28-jährigen Rheinländers gelang eindrucksvoll: Er belegte einen hervorragenden sechsten Platz hinter so legendären Fahrern, wie Fangio, Behra, Menditeguy, Schell und de Portago. Nur eine Woche später, am 20. Januar 1957, startet Graf Trips beim "Mil Kilometros de la Ciudad de Buenos Aires" und belegte zusammen mit Eugenio Castellotti und Alfonso de Portago auf einem Ferrari 3,5 Liter den dritten Platz.

Bei der 24. Mille Miglia am 12. Mai 1957 hat die Karriere des Grafen Trips seinen ersten Höhepunkt. Allein gestartet auf einem3,8 Liter Ferrari, liegt er lange Zeit hinter Piero Taruffi und Peter Collins auf Platz drei. Als Collins wegen eines Hinterachsenschadens aufgeben muss, rückt Trips auf die zweite Position vor. Kurz vor dem Ziel trennen ihn nur noch wenige Meter von dem führenden Taruffi. Dieser hat aber ebenfalls schon seit den letzten 300 Kilometern Probleme mit der Hinterachse und fährt nur noch im fünften Gang. Als Trips zum Überholmanöver ansetzt, bemerkt er die Probleme Taruffis und bricht den Überholvorgang ab. Er setzt sich wieder hinter seinen Kontrahenten und kommt so nur wenige Zentimeter hinter ihm durchs Ziel. Später sagte von Trips vor Reportern, auf die Frage warum er nicht mehr überholt hätte: "Es war kein fairer Kampf mehr...".

Die Italiener feierten ihn daraufhin wie einen Sieger, sie werteten seine sportliche Leistung und die Ehrerbietung des Jungen vor dem "alten Hasen" Taruffi, in dessen langjähriger Laufbahn ein Sieg bei der Mille Miglia bislang fehlte.

Bald darauf folgte ein Rückschlag. Am 25. Mai 1957 beim Training zum ADAC-1000-Kilometer-Rennen verunglückt Graf Trips auf seinem 250 GT - Ferrari so schwer, dass er ins Krankenhaus nach Adenau eingeliefert werden musste. Er hatte mit einem Nasenbeinbruch, einem Kompressionsbruch des 1. und 2. Lendenwirbels sowie einer Prellung der Brust- vorderwand und im Steißbeinbereich. Ein Gipskorsett fesselt ihn für fast drei Monate ans Bett.

Am 19. und 20. August 1957 leitet Graf Trips den ersten Kurs für Motorsport auf dem Nürburgring, einen Sportfahrer-Lehrgang, der den Nachwuchs unter sachkundiger Anleitung auf eine mögliche spätere Rennteilnahme vorbereiten sollte.