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9. Scuderia Colonia Classic 2008
Oldtimer-Rallye - Übersicht | Ergebnisse

Nylonstrumpf und Kaugummi für den Motor

von Jennifer Reinhard, Kölnische Rundschau,13.05.08

Der Geruch von Benzin liegt schwer in der Luft. An allen Ecken blitzt und funkelt frisch poliertes Chrom. Noch ein letzter Blick in die Karte, den silbernen Rennfahrer-Helm aufgesetzt und schon folgt jener Moment, der Oldtimer-Fans einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Der Fahrer zieht den Choke, dreht den Schlüssel und mit einem satten Knattern - dem Ton längst vergangener Jahrzehnte - beginnt der Motor des rollenden Schatzes zu laufen. Zum neunten Mal startete am Sonntag die Oldtimer-Rallye Scuderia Colonia Classic in Bergheim.
Der Rennfahrerlegende Graf Berghe von Trips war die diesjährige Rallye gewidmet.
 

Gesamtergebnis

Gesamtergebnis im Detail

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Seinen 80. Geburtstag hätte der Motorsportler in diesen Tagen gefeiert. Fahrspaß, aber auch die Sicherheit im Rennsport lagen Trips am Herzen. Dass beides wichtig ist, sollte auch den rund 90 Fahrerteams aus dem Großraum Köln, Düren, Bergheim und Aachen vermittelt werden. So mussten die Fahrer ihren Reifendruck schätzen oder in einem der sechs Sektoren konstant eine gewisse Stundenkilometerzahl einhalten. Lange Gesichter gab es bei einer Geschicklichkeitsübung, bei der die Fahrer so parken mussten, dass der Abstand der geöffneten Fahrertür zu einer Barriere exakt 50 Zentimeter betrug.
Außerdem durften die Teilnehmer sich auf der 185 Kilometer langen Strecke nicht verfahren. Vorbei an Manheim, Bad Münstereifel, Lind, Lechenich und letztlich durch Horrem fuhren die Oldtimer ab dem Baujahr 1946.

Den Gesamtsieg und den damit verbundenen Wanderpokal des Autohauses Spielvogel konnte die Startnummer 57 einfahren. Lediglich 31 Strafpunkte haben Werner Hambüchen und Wolfgang Kirch aus Burscheid, der ebenfalls Sieger in der Klasse fünf (Bj. 1968 bis 1977) wurde, mit seinem Alfa Romeo Zagato Junior, Bj. 1971, kassiert.

Die knifflige Streckenführung führte dabei durchaus zu Diskussion in den Fahrerteams - nicht selten Ehepaare. Gleichzeitig hatten die Fahrer den Motor ihrer alten Gefährte in Gang zu halten. Bei beschädigten Dichtungen behelfe sich der erprobte Oldtimer-Fahrer mit einem Kaugummi oder einem Damenstrumpf, erklärte Rolf Schiedmayer, Besitzer eines Jaguar XK 120 aus dem Jahr 1947. Diese Notfallmaßnahmen halfen offenbar bei einigen der verchromten Fahrzeuge nicht mehr. Sechs Teilnehmer haben es nicht bis zur Zieleinfahrt in Zieverich geschafft.