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8. Scuderia Colonia Classic 2007
Oldtimer-Rallye - Übersicht | Ergebnisse und Bilder
100 Oldtimer-Teams suchen Mühlsteine

Pfingstsonntag in Bergheim - das heißt inzwischen traditionell: Rennatmosphäre pur! Bereits zum achten Mal lud die 1960 vom unvergessenen Wolfgang Graf Berghe von Trips gegründete Rennfahrervereinigung Scuderia Colonia zu ihrem Classic-Event in die Kreisstadt.

Ab 7.00 Uhr trafen die Fahrzeuge im Fahrerlager am Mercedes-Autohaus Spielvogel im Gewerbegebiet Bergheim-Zieverich ein. Alle interessierten Zuschauer hatten hier die Gelegenheit, die alten aber liebevoll gepflegten Fahrzeuge hautnah zu erleben. Um 8.30 Uhr starteten dann genau gemeldete 100 Teams mit Kleinwagen, Limousinen oder rassigen Sportwagen aus der Vorkriegszeit bis hin zum Baujahr 1982 in ihre erste Etappe.

Ergebnis nach Klassen

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Dabei gab es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, wie dem lange Zeit aus dem deutschen Straßenbild nicht wegzudenkenden VW Käfer, aber auch seltene, eher unbekannte Fahrzeuge waren mit von der Partie, wie der Jensen 541 R von 1960 – eines der ersten Serienfahrzeuge mit vier Scheibenbremsen - und der BMW 321, Bj. 1940. Mit einer besonders bunten Geschichte konnte der ALVIS TA 14 von Siegrid Moerke aus Pulheim aufwarten, der in seinem langen Autoleben seit 1946 eine halbe Weltreise von England bis Südafrika hinter sich gebracht hat. Dort wurde der wegen seines hölzernen Karosserieaufbaus als „WOODIE“ bezeichnete Klassiker mit den markanten runden Scheinwerfern als Dienstwagen eines Wildhüters eingesetzt, bis er schließlich – nach einer erneutwn Zwischenstation als Hochzeitsauto in England - auf vielen Umwegen zu den Moerkes in den Erftkreis gefunden hat. Als ältestes Fahrzeug im Feld hatte Rüdiger Wasmuth aus Zülpich seinen Opel 12 C von 1932 an den Start gebracht, der die gesamte Strecke ohne Unterstützung eines Copiloten bewältigte.

Seit der ersten Rallye im Millennium-Jahr 2000 wächst die Zahl der Fans der Scuderia Colonia Classic von Jahr zu Jahr. In den Ortschaften entlang der Strecke kampierten die Zuschauer am Wegesrand bei einer kleinen Brotzeit oder organisieren ihre eigenen Nachbarschaftstreffen an Tischen und Bänken und begrüßten begeistert die vorbeifahrenden Teams. Wie im letzten Jahr waren Anwohner in die Organisation der Rallye unmittelbar mit einbezogen und haben vor ihrer Haustür selbst Stempelkontrollen und Sonderprüfungen mit viel Engagement durchgeführt.

Entsprechend dem Motto 2007 "Mühlen im Rhein-Erft-Kreis" wurden die Teilnehmer am Vortag des Deutschen Mühlentages auf der Fahrtstrecke entlang der kulturhistorischen Spuren geführt, die das Müller-Handwerk im Rhein-Erft-Kreis hinterlassen hat. Immerhin kann die Region auf eine ansehnliche Geschichte der Wind- und Wassermühlen zurückblicken. Entsprechend waren auch etliche Sonderprüfungen entlang der Strecke dem Thema gewidmet.

So galt es auf dem Wendelinusplatz in Hürth-Berrenrath, per Hand möglichst genau fünf Gramm Kaffee abzuwiegen und selbst zu mahlen. Abgerundet wurde die Mühlenfahrt bei ihrer Mittagsrast: als besondere Ehre waren die Teilnehmer nämlich bereits am Vortag der offiziellen Neueröffnung zu Gast auf der frisch restaurierten Gymnicher Mühle.

Die Nachmittagsetappe führte dann wieder zurück nach Bergheim. Traditionell fuhren die Teilnehmer durch das Aachener Tor in die Fußgängerzone in Bergheim ein. Hier wartete wieder ein besonderes Highlight auf Teilnehmer wie Zuschauer gleichermaßen: Jedes Fahrerteam und Fahrzeug wurde in fachkompetenter und unterhaltsamer Moderation von Scuderia-Mitglied Willi Hüsgen vorgestellt, der in den siebziger Jahren als aktiver Formel-3-Fahrer die Farben seines Clubs gegenüber den späteren Formel-1-Stars Nigel Mansell und Nelson Piquet behauptet hat.

Ein Hauch von italienischer "Mille Miglia-Atmosphäre" lag dann in der Luft, als wie im letzten Jahr die Piloten bei strahlendem Sonnenschein ihre Raritäten im Schritttempo durch ein Spalier von jubelnden Zuschauern steuerten, vorbei an den mit Gästen voll besetzten Straßencafes und Eisdielen.

Nach diesem "Gänsehaut-Erlebnis" trafen alle Teams gegen 16.00 Uhr nacheinander wieder am Autohaus Spielvogel in Bergheim-Zieverich zum Ausklang der Veranstaltung ein. Hier bot sich für Zuschauer dann auch die Gelegenheit, mit den Teilnehmern "Benzingespräche" zu führen. Die abschließende Siegerehrung wurde letztlich zum „Triumphzug“: Das Team Hermann-Josef und Elke Mertens aus Erkelenz hatten mit ihrem TR 6 von 1972 die meisten Mühlsteine auf dem Weg gefunden und die wenigsten Strafpunkte eingefahren, damit konnten Sie die Gesamtwertung für sich entscheiden.